TSE Kasse 2020

Kein Geschäftsvorgang ohne Beleg: Wer Einnahmen und Ausgaben mit Hilfe einer Kasse festhält, muss sich an die Vorschriften für eine ordentliche Buchführung (GoDB) halten. In aller Regel nutzen Betriebe heute elektronische Kassen, in denen eine Software arbeitet, die alle Vorgänge erfasst. Unternehmen müssen das Finanzamt jederzeit über alle Geldbewegungen der Kasse informieren können. Ab dem Jahr 2020 sind daher nur noch Systeme mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung – kurz TSE – zulässig. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema TSE Kasse 2020 und helfen Ihnen, die perfekte Lösung zu finden!

TSE 2020 verschoben?

Online kursieren Gerüchte, wonach der Gesetzgeber die Pflicht zur Ausstattung aller elektronischen Kassen mit TSE verschoben hätte. Richtig ist, dass es verschiedene Übergangsfristen gibt, über die beispielsweise die Bundesdruckerei online informiert. Offiziell gewähr wird demnach eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2020. Das heißt, wenn Ihr Betrieb das Kassensystem noch nicht ergänzt oder umgerüstet hat, wird dieser Zustand noch mindestens bis Ende September geduldet.

Eine erweiterte Übergangsfrist gilt für Unternehmen, die zwischen November 2010 und 31. Dezember 2019 ein Kassensystem angeschafft haben, das technisch nicht mit einer TSE nachgerüstet werden kann. Fällt Ihr Betrieb in diese Kategorie, können Sie noch bis 31. Dezember 2022 straffrei ohne TSE Kassensystem auskommen. Die geltenden gesetzlichen Vorschriften rund um das Kassengesetz 2020 haben wir übrigens in einem separaten Beitrag für Sie zusammengefasst.

Wie funktioniert die TSE eigentlich?

Zwei grundsätzlich verschiedene Funktionsweisen befinden sich bereits auf dem Markt. Gleichzeitig sind die zuständigen Behörden noch damit beschäftigt, die Angebote zu zertifizieren. Diese beiden Lösungsansätze sollten Sie kennen:

TSE Cloud Lösung

Bei der TSE Cloud Lösung gibt es eine Serveradresse bzw. einen zertifizierten Cloudspeicher, auf den Umsatzdaten der Kasse in Echtzeit hochgeladen werden können. Voraussetzung dafür ist eine geeignete Kassensoftware – bzw. eine Kassensoftware, welche die Schnittstelle bereits implementiert hat. Für Android Kassen stellen zertifizierte Drittanbieter wie etwa die “Deutsche Fiskal” oder “fiskaly” eine cloudbasierte Schnittstelle bereit, an die jede Kassenlösung die Kassenumsätze digital signiert übermittelt.

TSE Modul

Ein TSE Modul ist eine Kombination aus Security-Chip und Speicherkarte. In diesem Fall kann die Kasse mit einer lokal installierten oder nur im lokalen Netzwerk arbeitenden Software betrieben werden. Das TSE Modul muss in die Kasse oder beispielsweise in einen Netzwerkdrucker eingesetzt werden. Auf diesen Speicher werden dann in Echtzeit – also “live” die Kassenumsätze geschrieben und unveränderlich gespeichert. Hersteller wie SUNMI Pos bieten hier schon Android Kassen mit einem entsprechenden Schlitz an – dabei ist nämlich darauf zu achten, dass das TSE Modul einerseits nicht heraussteht oder leicht zu stehlen ist, andererseits bei einer Kassenschau vom Finanzbeamten entnehmbar ist.

Welche Daten zeichnet eine TSE Kasse auf?

Hierzu hat das Bundesfinanzministerium im Juni 2019 einen sogenannten „Anwendungserlass“ (AEAO) veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass alle geschäftsrelevanten Vorfälle erfasst werden. Darunter fallen normale Umsätze durch Bargeld-Einnahmen und Bargeld-Entnahmen, elektronische Zahlungen per EC- oder Kreditkarte, Stornierungen, Trinkgelder, eingelöste Gutscheine, private Entnahmen oder Einlagen, Wechselgeld-Einlagen oder auch Lohnzahlungen aus der Kasse. Lediglich rein funktionale Vorgänge wie beispielsweise das Einstellen der Bildschirmhelligkeit sind nicht fiskalisch relevant und werden daher auch nicht für die Behörden gespeichert.

Ein Vorgang, der einmal aufgezeichnet ist, kann nicht mehr nachträglich geändert werden – die Technische Sicherheitseinrichtung arbeitet nach dem Prinzip „write once, read only“: Was einmal erfasst ist, kann lediglich ausgelesen werden. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass mit einer TSE Kasse 2020 kein Sofort-Storno möglich ist: Die Erfassung der Einnahme und die Stornierung derselben sind zwei gesonderte Vorgänge. Spezielle Arbeitsgruppen in den Finanzbehörden haben für alle erdenklichen Kassenvorgänge eine einheitliche Taxonomie für die Datenerfassung entworfen.

TSE Kasse 2020 – diese Fallbeispiele helfen, die beste Lösung zu finden

Wenn Ihr Unternehmen nach gesetzeskonformen Kassenlösung sucht, können Sie sich an diesen drei Fällen orientieren:

  • Hat Ihre bestehende Kassen-Hardware einen entsprechenden Slot für den Einbau von zertifizierten TSE Modulen? Dann kommen sowohl die TSE Cloud als auch das Modul infrage.
  • Hat Ihre Kassen-Hardware keinen diebstahlsicheren TSE Slot? In diesem Fall muss die Kassensoftware eine Schnittstelle zu einer TSE Cloud haben.
  • Hat Ihr Kassensystem weder einen passenden Slot noch eine Software, die eine TSE Cloud Anbindung ermöglicht? In diesem Fall sollten Sie im Rahmen der erweiterten Übergangsfrist für Ersatz sorgen.

Wir helfen Ihnen gerne weiter, die individuell am besten geeignete, TSE-Kassenlösung zu finden. Nehmen Sie gerne gleich Kontakt auf!